Suche nach:

Jagd ist gelebter Naturschutz

Naturschutz und Artenschutz heißt, Lebensräume für wilde Tiere zu schaffen, sie zu erhalten und zu pflegen. Darüber hinaus für einen gesunden und artenreichen Wildbestand zu sorgen. Lernen hilft mitzugestalten. Nach § 1 Abs. 2 Bundesjagdgesetz hat die Hege die Erhaltung eines, den landschaftlichen, forstwirtschaftlichen und fischereiwirtschaftlichen Erfordernissen angepassten artenreichen und gesunden Wildbestandes sowie die Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen zum Ziel.

Flüchtlingshilfe Ukraine - Jagdschule hilft

Flüchtlingshilfe Ukraine

Mit Entsetzten sehen wir die Bilder von frierenden Kindern und Frauen an der polnisch-ukrainischen Grenze und sind dankbar dafür, dass auch unser Landkreis sich mit einer zentralen Adresse an die Bevölkerung zur Flüchtlingshilfe Ukraine wendet um Unterkünfte und Versorgung bereit zu stellen.

Flüchtlingshilfe Ukraine – Jagdschule hilft

Die Jagdschule – Am Stettiner Haff hat diese Gelegenheit zur Flüchtlingshilfe Ukraine wahrgenommen und ihre Räumlichkeiten angeboten. Immerhin verfügen wir über eine hinreichend große Bettenkapazität in 13 Zimmern mit eigenem Bad, einen großen Gastraum, eine große Küche und sogar einen Saal, in welchem Informationsveranstaltungen und Schulungen durchgeführt werden können.

Wir können auch Eure Hilfe gebrauchen

Liebe Nachbarn, inzwischen sind 15 Flüchtlinge aus der Ukraine bei uns eingetroffen. Frauen mit kleinen Kindern, die Eure Hilfe benötigen.

Wir schreiben hier regelmäßig, was wir gebrauchen können, vielleicht habt Ihr ja noch etwas rumliegen oder rumstehen, was Ihr uns vielleicht leihen könnt.

  • Bobbicar für Mischa, 2 Jahre alt
  • Kinderfahrrad mit Stützrädern für Emili, 3 Jahre alt
  • Fön, damit die Mädels sich auch mal hübsch machen können

Wenn jemand einen Sandkasten zum spielen hat, das wäre auch super.
Richtig gut wäre es, wenn jemand ein großes Auto hat und sich bereit erklären würde mal mit uns zusammen in die Stadt zu fahren. Wir müssen zur Sparkasse um dort Konten zu eröffnen. Unsere Gäste sind alle nicht mobil, vielleicht habt Ihr ja noch ein Fahrrad übrig, damit sie mal an den Strand oder zum Einkaufen fahren können.

Update vom 30.03.2022 – Jagdschule hilft

Seit heute wird deutsch gelernt, unser Schulungsraum ist jetzt ein Klassenzimmer und Janette unsere neue Lehrerin. Wir haben dabei festgestellt, dass es an Schreibmaterial fehlt. Schulhefte, liniert und kariert und Bleistifte, bzw. Federhalten und Kugelschreiber wären eine tolle Spende für uns. Dankschön.

Update vom 31.03.2022

Unsere Zimmer und Betten füllen sich. Hier sind inzwischen 28 Frauen mit ihren Kindern und zwei ältere Ehepaare eingetroffen. Mischas Opa und seine Oma haben es endlich bis hierher geschafft. Auch uns haben die Tränen in den Augen gestanden, als wir die kleine Familie heute morgen zusammen führen durften. Nataschas Mama hat uns vor lauter Dankbarkeit so herzlich umarmt, dass wir extrem gerührt waren.

Update vom 30.04.2022

Wir sind gut ausgestattet, vielen Dank für die ganzen Spenden und ehrenamtlichen Unterstützer. Ohne Euch hätten wir diese enorme Aufgabe nicht erfüllen können. Unsere 32 Gäste haben sich gut eingelebt, die Kinder gehen zur Schule und die Eltern erkunden ihre neue Heimat. Ab nächste Woche beginnt der langsame Abschied von allen. Die erste Familie zieht nun endlich, nach langem hin- und her nach Wolgast. Für unsere Großfamilie haben wir in dieser Woche zwei Wohnungen in Ueckermünde besichtigt. Sie sind in einem schlechten Zustand und müssen zunächst renoviert werden. Hier ist wieder unsere Initiative gefragt, die Eltern freuen sich schon darauf endlich eine Aufgabe zu bekommen. Betten werden durch die Wohnungsbaugesellschaft beschafft und müssen aufgebaut werden. Für die restlichen Möbel und Einrichtungsgegenstände werden noch Spenden gesucht.

Stellt Euch vor ihr zieht ohne Geld in eine leere Wohnung. Kein Tisch, kein Stuhl, kein Geschirr, kein Besteck, keine Bettwäsche, keine Handtücher, keine Töpfe, keine Teller. Jetzt seid Ihr wieder dran. Macht es möglich, dass unsere neuen Mitmenschen ein wenig Lebensqualität erfahren. Ihr könnt Eure Spenden gerne bei uns abgeben. Wir verteilen sie dann.

Update vom 13. Juli 2022

Wir machen die letzten Pinselstriche in Ueckermünde und damit verlässt auch die letzte Familie unsere Obhut. Fast 4 Monate lang haben wir insgesamt 40 Geflüchteten aus der Ukraine ein sicheres Zuhause geboten und ihnen mit sehr viel Engagement bei der Integration in ihr neues Leben geholfen. Insbesondere bei den vielen, vielen Behördengängen, beim Abschluss von Verträgen, bei der Beschaffung von Wohnungen, von Möbeln und Hausrat, beim Tapezieren und Malern, beim Anbau von Lampen, bis hin zum ersten Schultag für Eltern und Kinder oder zum ersten Kindergartentag. Es war eine sehr anstrengende Zeit, aber wir haben auch viele neue Freunde gewonnen. Wir werden unsere Schützlinge sicherlich noch lange Zeit begleiten und bei den vielen kleinen Hürden des Alltags unterstützen, aber der Anfang ist gemacht. Jetzt ist es für uns an der Zeit unseren Regelbetrieb wieder aufzunehmen, denn auch wir müssen Geld verdienen um unsere Rechnungen zu bezahlen. Machs gut kleiner Sascha …

Update vom 24.02.2023

Heute ist es genau ein Jahr her, dass die Ukraine auf so schäbige Weise angegriffen wurde. Unsere Unterstützung liegt weiterhin auf Seiten der Ukraine. Ja, auch wir und unsere neuen ukrainischen Freunde wünschen sich Frieden, aber nicht um den Preis des Totalverlusts. Keine Demokratie der Welt und ist sie noch so wackelig, darf gewaltsam ausgelöscht werden.

Unsere Freunde sind nun auch fast ein Jahr hier in Mecklenburg-Vorpommern verteilt, die Schul- und Kindergartenkinder sprechen schon ganz gut Deutsch und die meisten Erwachsenen haben ein Praktikum oder bereits ein unbefristetetes Arbeitsverhältnis. Die Behörden werden aber noch lange nicht müde sie mit Papierkram zu erschlagen, so dass wir immer noch reichlich zu tun haben ihnen zu helfen.

Für uns war es das – leider

Die Not ist groß, das wissen wir und die Solidarität hat deutlich nachgelassen. Der Landkreis weiß nicht wohin mit den neuen Geflüchteten. Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, haben uns aber dagegen entschieden unsere Jagdschule erneut zur Verfügung zu stellen. Diesen Kraftakt, und jetzt mit parallel laufendem Regelbetrieb, schaffen wir zwei alten Leutchen nicht noch einmal. Es tut uns sehr Leid.

Vielen Dank für Eure Unterstützung bei der Flüchtlingshilfe Ukraine
Unsere Jagdschule hilft auch in Zukunft unseren ukrainischen Familien.

Wir wollen keinen Krieg in Europa, dafür setzen wir uns ein.

Die vier Rosen

Die vier Rosen des kleinen Hirschs

Jagderlebnisse mit einem Hirsch

Heiko und Grit berichten hier über ihre Jagderlebnisse. So kam es, dass ein kleiner Hirsch mit vier Rosen auf der Strecke lag.

Mit unseren Jagdschülern aus dem Oktoberkurs hatten wir ein besonderes Erlebnis in der ausklingenden Brunft. Wir konnten einen abnormen Hirsch zur Strecke bringen, welcher durch einen Rosenstockbruch vier Rosen ausgebildet hatte.

Gemeinsamer Abendansitz

Sonntag 03.10.2021 – 18:00 Uhr. Wir sitzen gemeinsam mit unseren Jagdschülern bei einem abendlichen Ansitz und lauschen den Brunftschreien der Hirsche.
Tatsächlich ist unser Plan einen kleinen oder schwachen Geweihten zu erlegen und unseren Jagdschülerinnen und Jagdschülern zu erklären, welche Arbeiten nach dem Schuss erledigt werden müssen. Ihnen eine praktische Einführung in die Anatomie der inneren Organe und die Untersuchung auf Wildkrankheiten zu geben.

Zu warm für die Brunft

Aber es ist immer noch zu warm. In den kühlen Feuchtgebieten des Erlenbruchs können wir sie zwar hören, aber auf den ausgedehnten Wiesen um uns herum lässt sich kein Hirsch blicken. Es wird langsam dunkel.

Doch plötzlich, noch im letzten Büchsenlicht steckt ein kleiner Hirsch sein Haupt aus dem Schilf. Ich versuche die Enden zu prüfen, Krone oder Gabel? Schwer zu sagen, ich sehe rechts eine kleine Krone leuchten, aber links? Nur ein einzelner Spieß oder täuscht das Schilf im Hintergrund?

Zu dunkel zum Ansprechen

Ich kann den Hirsch nicht mehr richtig ansprechen, deshalb lasse ich ihn ziehen.
Und siehe da, er war nur die Vorhut. Nach und nach ziehen mehrere Rudel über die Wiese in Richtung Wald. Deshalb warten wir gemeinsam ab, bis auch das letzte Rudel in die sichere Deckung des Waldes eingetaucht ist, bevor wir wieder abbaumen.
Beim anschließenden Lagerfeuer auf unserem Hof berichten alle welchen Anblick sie an diesem Abend hatten. Meine Freundin Grit hat den kleinen Hirsch auch gesehen und hatte ebenfalls das Gefühl, dass mit der linken Stange etwas nicht stimmt. Ich bin neugierig, deshalb will ich mir den Burschen noch einmal etwas genauer anschauen. Morgen früh, wenn die Rudel wieder zurück in ihren Einstand ziehen.

Der nächste Morgen

Montag 04.10.2021 – 05:00 Uhr. Nicht meine Zeit, aber man muss versuchen sich zwischen dem zurückziehenden Rotwild und seinem Tageseinstand zu platzieren, ohne es auf ihrem Weg dorthin zu überraschen. Deshalb heißt es früh aufstehen und Posten beziehen. Meine schwer zugängliche Kanzel liegt auf einer kleinen Lichtung zwischen Erlenbruch und Schilfgürtel. Eine sichere Nummer, denn hier zieht das Rotwild so vertraut wie sonst nirgendwo in meinem Revier. Hier ist es 360 Tage im Jahr ungestört. Nur zur Brunft komme ich manchmal hierher und das zahlt sich aus.

Rückkehr in den Tageseinstand

Knapp zwei Stunden dämmere ich vor mich hin und lausche angestrengt in das Dunkel hinein. Da kommt was. Ein kleines Rudel, zwei Alttiere zwei Kälber, ein Schmaltier – und ein kleiner Hirsch mit einer merkwürdigen linken Stange. Sie wirkt wie abgebrochen, pendelt aber nicht. Nun zögere ich nicht mehr lange und meine .30-06 verlässt den Lauf. Der Hirsch springt ab und verschwindet im Dickicht des Schilfgürtels.

Unser Jagdhund Greif – Feldmann vom Herthasee

Noch bevor ich abbaume, um den Anschuss auf Pirschzeichen zu prüfen, rufe ich Grit an und bitte sie Pick-Up und Hund zu bringen und unsere Jagdschüler von der Schule ins Revier umzulenken. So können wir unseren Plan von gestern Abend heute Morgen umsetzen. Bis allerdings unsere Schüler hier im Revier eintreffen wird noch etwa eine Stunde vergehen.
Unser Deutsch Drahthaar Greif – geborener Feldmann vom Herthasee – befindet sich noch in der Ausbildung zum Jagdgebrauchshund. Diese Gelegenheit zum Üben dürfen wir nicht ungenutzt lassen deshalb wird er am Anschuss auf die Fährte des Hirsches gesetzt. Aber er ist einfach zu aufgeregt und springt vor lauter Freude über den morgendlichen Ausflug im Kreis wie ein Gummiball.

Ein abnormer Hirsch liegt auf der Strecke

Abnormer Hirsch mit vier Rosen
Ein abnormer Hirsch mit vier Rosen liegt auf der Strecke

Grits Nase funktioniert dagegen einwandfrei. Schon am Anschuss bemerkt sie den intensiven typischen Geruch eines Brunfthirsches. Sie folgt der Schweißfährte und der Duftwolke direkt ins dichte Schilf und braucht keine 15 Meter zu gehen. Da liegt der Bursche mit einem sauberen Blattschuss im Wundbett.
Jetzt hilft nur die Kraft des Allradantriebs, der Hirsch wird ans Abschleppseil gelegt und langsam aus dem Schilf auf die Lichtung zurückgezogen. An einer trocknen und sauberen Stelle wird er vom Haken gelassen und wir haben etwas Zeit uns seine linke Geweihstange genauer anzusehen.

Verletzung des Rosenstocks durch Verkehrsunfall

Der Rosenstock scheint am Stirnbein gebrochen zu sein. Er zeigt nicht mehr senkrecht nach oben sondern direkt nach links. Da der Hirsch aber bereits ein neues Geweih gebildet hatte, muss dieser Unfall schon im vergangenen Jahr geschehen sein. Wir gehen von einem Verkehrsunfall aus, solche Verletzungen sind typisch für eine Kollision im Straßenverkehr.
Die jetzt im nahezu rechten Winkel nach links wachsende Stange hat den jungen Hirsch wahrscheinlich stark beeinträchtigt. Noch während der Kolbenzeit ist er mit seiner merkwürdigen Auslage mindestens einmal gegen ein Hindernis gestoßen und hat sich dabei das noch weiche Stangenende im Bast verletzt. Ungeziefer und Bakterien konnten in die offene Wunde eindringen und haben das Ende zu einem moderigen, schwarzen Stumpf werden lassen. Dieses Stangenende konnten wir beide in der abendlichen Dämmerung gar nicht erkennen.

Praktischer Unterricht für unsere Jagdschüler

Inzwischen sind unsere Jagdschüler im Revier eingetroffen. Sie erleben, wie man einen Hirsch im Revier sauber aufbricht und lernen dabei gleich noch etwas über den Geweihaufbau bei Rot- und Rehwild. Sie lernen, wie sich das Geweih bei verschiedenen Arten von Verletzungen entwickelt und prüfen die inneren Organe auf bedenkliche Merkmale. Unser kleiner Hirsch hier ist aber gesund. Zur Altersbestimmung schauen wir uns den Unterkiefer genauer an aber eigentlich ist allen hier klar dieser Hirsch war noch sehr jung. Zu jung und er hätte vielleicht ein toller Kronenhirsch werden können. Warum liegt er dann trotzdem auf der Strecke?

Ist ein Rosenstockbruch immer ein Erlegungsgrund?

Ein gebrochener Rosenstock sagt noch nichts über Gesundheit und Vitalität aus, zumal der Hirsch einen sehr gesunden Eindruck machte und in seinem zarten Alter immerhin auch schon drei Damen im Schlepptau hatte. Die vermoderte Stange wäre im nächsten Frühjahr abgefallen und unser Hirsch hätte ein neues gesundes Geweih geschoben aber eben wieder im rechten Winkel und wieder mit der Gefahr sich zu verletzen.
In diesem Jahr waren keine großen Hirsche im Revier da hatte er leichtes Spiel mit den Damen, aber im nächsten Jahr kann das schon anders aussehen. Mit einer horizontal wachsenden und verletzten Stange, würde er während der Brunft ordentlich die Jacke voll bekommen und das Verletzungsrisiko im Kampf mit einem Rivalen steigt um ein Vielfaches.

Ein Geweih mit vier Rosen ist eine Seltenheit

Für mich ist dieser Hirsch etwas ganz Besonderes und ein tolles Anschauungsmaterial für unsere künftigen Jagdschülerinnen und Jagdschüler. Denn nur eine Verletzung des Rosenstocks kann ein echtes Mehrstangengeweih hervorrufen. Nachdem die Präparation abgeschlossen war und Schädel mit Geweih sauber vor uns auf dem Tisch lagen, konnten wir sie sehen – Die vier Rosen des kleinen Hirschs.

Interessante Links

Etwa zwei Wochen später hatte ich ein anderes interessantes Erlebnis mit einem abnormen Keiler. Auch dieser hatte eine schwere Verletzung auskuriert.

Wollt ihr die beiden Abnormen kennen lernen und verstehen wie man Wild richtig anspricht oder wie man das Alter korrekt bestimmt? Dann bucht doch einfach direkt einen unserer nächsten Jagdscheinkurse an unserer Jagdschule.

Oberkiefer Keiler

Mein abnormer Keiler

Abendansitz an der Kirrung

Heiko und Grit berichten hier über ihre Jagderlebnisse. Dieser Artikel hat es sogar als Gastbeitrag in die Jägerzeitschrift gebracht.

So kam es, dass mein abnormer Keiler auf der Strecke lag.

Donnerstag 14.10.2021 – 18:00 Uhr. Endlich ist es etwas kühler geworden. Die Brunft war in diesem Jahr eher gemäßigt, wahrscheinlich wegen des ungewöhnlich warmen Septembers. Trotzdem ist es immer wieder beeindruckend in den Abendstunden den röhrenden Hirschen zuzuhören in der Hoffnung einen dieser beeindruckenden Geweihten vor die Linse zu bekommen. Auch jetzt röhrt im Wald gegenüber ein einzelner Hirsch – und er kommt dichter.

Besuch von einem jungen Hirsch

Wenig später ist es dann auch endlich soweit. Aus dem Dickicht schreitet ein mittelalter Hirsch mit kräftigem Geweih und beidseitiger Krone. Zu jung, zu gut veranlagt, bleib gesund und pass auf dich auf. Irgendwie scheint er zu wissen, dass er vor meiner Kugel sicher ist. Jedenfalls lässt er sich, knapp 30 Meter vor mir, reichlich Zeit seine Umgebung zu inspizieren um nach Bräuten oder Konkurrenz Ausschau zu halten. Aber sowohl Kahlwild, als auch weitere Hirsche lassen sich nicht auf der Wiese blicken.
Langsam verlässt er die Bühne und ich lenke meine Aufmerksamkeit wieder auf die Kirrung – mein eigentliches Ziel für heute Abend.

Verpasste Gelegenheit

Gerade erkenne ich noch den Schwarzkittel, der in diesem Augenblick wieder im Dickicht verschwindet. Mit meiner sehr geringen Vergrößerung spreche ich ihn als kräftigen Überläufer an. Keine Ahnung allerdings, ob Bache oder Keiler. Schade, da habe ich mich wohl zu lange vom Hirsch ablenken lassen.
Es wird frisch und ich überlege ob ich meine Zelte abbreche. Durch die letzten warmen Wochen bin ich nicht gut vorbereitet und der aufziehende kalte Wind kriecht mir unter die Jacke.

Diana ist mir wohlgesonnen

Plötzlich ein lautes Knacken und der Bursche ist wieder da – ohne Begleitung. Jetzt zögere ich nicht lange und lasse die Kugel fliegen. Ganz sicher bin ich mir, dass ich gut abgekommen bin, direkt aufs Blatt, der geht nicht mehr weit. Trotzdem springt er ab und ich warte ein paar Minuten bevor ich abbaume um den Anschuss zu kontrollieren.

Kein Ausschuss, kein Schweiß und inzwischen ist es recht dunkel geworden, deswegen entscheide ich die nähere Umgebung nur kurz mit dem Hund abzusuchen und habe Glück. Nur wenige Meter entfernt liegt ein riesen Bär im Gebüsch.

 

Die Bache hat nen Pinsel

Ich traue meinen Augen kaum, die Bache ist deutlich größer, als der Blick durch mein Zielfernrohr erwarten lies und sie hat einen Pinsel !
Bei näherer Untersuchung stellt sich heraus, es ist ein Keiler ohne Gewehre mit einem ungewöhnlich langen Schädel. Später hängt der Basse aufgebrochen an der Waage und bringt stolze 101 kg zur Anzeige. Erste grobe Vermutung ca. 5 Jahre, der Abschliff der Haderer hilft allerdings nicht bei der Altersschätzung. Sie sind riesig und nahezu ungeschliffen. Wollt Ihr lernen wie man das Alter unserer Schalenwildarten schätzt? Dann bucht doch einfach direkt den nächsten Jagdscheinkurs in unserer Jagdschule.

Abnormer Keiler ohne Gewehre

Am nächsten Tag betreiben meine Freundin und ich Ursachenforschung. Grit ahnt schon, dass hier ein perfektes Anschauungsmaterial für unsere Jagdschule zu präparieren ist. Sowohl die teppichgroße Schwarte, als auch der Schädel werden sorgsam aufbereitet.
Schon vor dem Abkochen kann man am Unterkiefer gut erkennen, dass unser Bursche hier in seiner Jugend eine schwere Verletzung auskuriert haben muss. Die Fehlstellung der Schneidezähne und die fehlenden Gewehre deuten darauf hin.

 

Unfall oder Gebrechschuss?

Letzteres würde uns besonders ärgern, obwohl seine über 100 Kilo nicht auf Probleme bei der Nahrungsaufnahme hindeuten.
Zwei weitere Tage später liegen die fertig präparierten Ober- und Unterkiefer vor uns. Die verheilte Bruchstelle im Unterkiefer ist ganz deutlich zu erkennen, während der Oberkiefer komplett unbeschädigt ist.
Da die Breite des deformierten Unterkiefers zur genauen Altersbestimmung ebenfalls nicht herangezogen werden kann, bleibt nur der Abschliff der Molaren. M1 glatt geschliffen, M2 angeschliffen. Durch die schiefe Stellung des Unterkiefers ist der linke obere Eckzahn sehr stark abgeschliffen, während der Rechte normal abgenutzt ist.
Wir bleiben bei unserer ersten Schätzung, der Keiler war jetzt ca. 5-6 Jahre alt und unsere Befürchtung, dass seine Verletzung durch einen unsauberen Schuss verursacht wurde hat sich leider bestätigt. Vermutlich war er damals 1,5 – 2 Jahre alt.

Respekt für diesen abnormen Keiler

Allergrößten Respekt, was dieser Keiler wegstecken konnte, die Verletzung muss enorm gewesen sein und ihn lange gequält haben, trotzdem hat er sich offenbar davon erholt.
Das bilderbuchmäßig aufgepilzte Geschoss meiner .30-06 steckte übrigens noch in der 2 cm dicken Schwarte und wird mich für immer an diesen besonderen abnormen Keiler erinnern.
Sein Schädel soll unsere künftigen Jagdschülerinnen und Jagdschüler lehren, dass der Finger gerade bleibt, wenn kein sauberer Schuss möglich ist.

Was haltet Ihr davon ?

Wir haben uns mit unserer Altersschätzung und mit der Ursache der Verletzung festgelegt und diese begründet. Alledings sind wir dafür keine Spezialisten. Dieser Schwarzkittel hier ist auch der erste Abnorme, den wir auf der Strecke zu liegen hatten. Uns fehlt also der Vergleich. Mein abnormer Keiler ist der erste von vielen Beiträgen die hoffentlich noch folgen werden.

Weitere Jagderlebnisse

Etwa zwei Wochen zuvor lag ein junger Hirsch mit vier Rosen auf der Strecke, was sich dahinter verbirgt erfahrt ihr im Artikel – Die vier Rosen.

Wildfleisch vom Stettiner Haff

Wildfleisch vom Stettiner Haff

Besser Essen

Natürlich, gesund und lecker.

Sie möchten frisches Wildfleisch aus der Region? Wir bieten Ihnen Rehwild, Rotwild und Schwarzwild aus der Uecker-Randow-Region. Je nach Wunsch küchenfertig in haushaltsüblicher Menge, ganz wie Sie es von der Theke gewohnt sind oder am Stück als Keule oder Rücken. Probieren Sie auch gerne unsere Wurst oder unseren Schinken. Das Wildbret wird bei uns gut gekühlt abgehangen, anschließend vakuumiert und eingefroren.

Unsere Wildkammer ist vom Veterinäramt zertifiziert. Dieses Zertifikat gestattet es uns Wild im Umkreis von 100 km um unser Revier offiziell zu vermarkten. Darüber hinaus haben wir die Vermarktungsgenehmigung in Berlin und Umgebung.

Sollten Sie also an frischem Wild interessiert sein, melden Sie sich bitte telefonisch oder senden Sie uns eine e-Mail. Wir können Ihnen dann je nach Wunsch ein individuelles Angebot unterbreiten.

Fragen Sie uns z.B. gerne nach Portionsgrößen, nach einem Bratenstück, Rouladenfleisch oder Gulasch zum schmoren, nach Steaks oder Schnitzel zum kurz braten. Gerne geben wir Ihnen auch die entsprechenden Empfehlungen, welche Teile für Ihr Vorhaben besonders gut geeignet sind und geben Ihnen auch Tipps, damit der Braten nicht misslingt.

Wildfleisch in Buttermilch – bitte nicht

Dass Wildfleisch in Buttermilch eingelegt werden muss ist eine längst überholte Praxis. Sie stammt aus einer Zeit, als die Kühlmöglichkeiten noch sehr eingeschränkt waren und das Wild deshalb nicht wohltemperiert abhängen konnte. Während des Abhängens, bei großem Wild 7°C und bei kleinem Wild 4°C, passiert nämlich die eigentliche Reifung des Fleisches. Die natürliche Milchsäureproduktion setzt ein und macht das Fleisch zart wie Butter, je länger es hängt um so besser. Heute gilt besonders lange gereiftes Fleisch wegen des Aufwands als besonders teuer, aber es ist eben auch besonders zart. Der Versuch mit Buttermilch diesen Reifungsprozess später nachzuholen bleibt ein Versuch und verdirbt den Geschmack.

Wildfleisch schmeckt streng – grundsätzlich nicht

Es ist schon so, dass der Eine oder die Andere hier schon einmal eine schlechte Erfahrung gemacht hat. Das kann verschiedene Gründe haben, einige davon möchten wir hier aufzählen, damit Sie in Zukunft genau darauf achten können. Zunächst ist es leider so, dass kommerziell produziertes Fleisch im Wesentlichen geschmacksneutral ist und erst im Topf mit viel Geschick und Röstaromen zu einem schmackhaften Braten wird. Bei Wildfleisch ist das nicht so. Wie bei einem guten Wildbienenhonig, hängt auch hier der Geschmack von der natürlichen Umgebung und der verfügbaren Nahrung ab.
Aber auch die folgenden Punkte sind entscheidend.

Wildschwein im Winter:

Achten Sie darauf, dass Sie im Winter nur Wildfleisch von weiblichem Schwarzwild erwerben. Fehlt diese Information, verzichten Sie lieber darauf. Denn ein rauschiger Keiler eignet sich nicht für den Kochtopf. Allenfalls kann man ihn zu Rohwurst verarbeiten oder kalt räuchern. Schon der Geruch kann einem das Essen verderben. Oft genügt hier schon ein ganz geringer Hormoneintrag eines liebestollen Schwarzkittels und man hat das Gefühl, dass das Fleisch streng nach Wildfleisch riecht uns schmeckt.

Hirsche im Herbst:

Auch männliches Rotwild zur Brunft hat einen überschießenden Hormonhaushalt, dieser wirkt sich geschmacklich nicht ganz so deutlich aus wie bei bei einem rauschigen Keiler, aber Vorsicht ist seitens des Jägers bei der Erstversorgung geboten. Beim Jäger Ihres Vertrauens sollten Sie sich darauf verlassen können, dass dieser weiß was er tut. Trotzdem und bei aller Sorgfalt können sensible Gaumen enttäuscht werden. Die Brunft des Rotwilds ist im September, sollten Sie also Bedenken haben, dann achten Sie beim Erwerb von Wild hier genau auf diesen Erlegungszeitraum und darauf, ob Sie ein weibliches oder männliches Stück Rotwild erwerben.

Rehwild ist geschmacksintensiver:

Das kleinste Schalenwild in unseren Wäldern ist gleichzeitig das am weitesten verbreitete und kommt genau deshalb auch am häufigsten auf den Tisch. Aber hier können gleich mehrere Dinge schief gehen. Erstens, wie auch schon bei den oberen beiden Kandidaten gilt hier Vorsicht beim hormonüberschießenden Rehbock, die Blattzeit ist im Juli und August, hier kann es sein, dass das männliche Wildbret für sensible Geschmäcker etwas kräftiger schmeckt. Generell ist es tatsächlich so, dass Rehwild sowieso kräftiger im Geschmack ist als andere Wildarten und bei unserer neutralisierten Geschmackserwartung der kommerziellen Fleischindustrie bemerkt man hier einen deutlichen Unterschied.
Allerdings kann bei bester Auswahl leider auch in der heimischen Küche noch ein Fehler passieren, der dem Wildfleisch letztlich die Gaumenfreude nimmt. Bleibt ein Rehwildbraten zu lange im Ofen, auch beim Niedrigtemperaturgaren, verändert sich die Fleischstruktur. Konsistenz und Geschmack leiden deutlich, sie ist dann vergleichbar mit Leber.

Kurz gebraten oder lange geschmort

Wie oben schon erwähnt, eignet sich nicht jedes Stück Fleisch für jeden Anlass. Die größte Enttäuschung erlebt man nämlich genau dann, wenn man Fleisch, welches eigentlich nur kurz gebraten werden darf zu lange in die Pfanne oder auf den Grill legt. Es wird zäh wie eine Schuhsohle und kann einem so die Freude an Wildfleisch direkt und nachhaltig verderben. Aber das liegt nicht am Wildfleisch, sondern an seiner Behandlung.

Sprechen Sie uns dehalb gerne an, wir wollen in Zukunft auch eine entsprechende Zubereitungsempfehlung hier einstellen und freuen uns natürlich auch auf Ihre Erfahrungen.